Leuchten Klassiker des Altertums – die Reifenkrone

Bei der Reifenkrone handelt es sich um den Vorläufer des klassischen Kronleuchters. Seinen Namen verdankt er der Nachempfindung der mittelalterlichen gleichnamigen Krone. Diese bestand aus einem das Haupt umschließenden Reif aus Gold, dem später die Zacken hinzugefügt wurden. Der Leuchter Reifenkrone bestand also aus einem Reif, einem Ring aus Metall, sei es Eisen, Bronze oder Messing. Darauf aufgesetzt wurden Öllichter oder Kerzen. In der Regel verfügt die Reifenkrone über einen imposanten Durchmesser von mehreren Metern und wurde mit starken Ketten an der Decke fixiert. Zum Entzünden der Lampe konnte er daran auch herabgelassen werden. Aufgrund der Größe diente die Reifenkrone zweifelsfrei der Beleuchtung großer Räume mit hohen Decken.

Deutschlands bekannteste Reifenkrone befindet sich im Hildesheimer Dom

Die zweckmäßige und Gewicht sparende Reifenform entwickelte sich aus einem Deckenleuchter in Beckenform, deren bekanntestes Fundstück auf das 5. Jahrhundert nach Christus zu datieren ist und in Camucia bei Cortona gefunden wurde. Die Reifenform hielt sich bis ins hohe Mittelalter. Berühmt ist der nach Bischof Hezilo benannte Heziloleuchter im Hildesheimer Dom. Er stammt aus dem 11. Jahrhundert und ist aus vergoldetem Messing gefertigt, mit lateinischen Inschriften verziert und mit 72 quadratischen Zinnen besetzt, welche als Kerzenhalter fungieren. Der Durchmesser beträgt stolze 6 Meter. Der Heziloleuchter steht als Beispiel für die prächtigen Reifenkronen in sakralen Prunkbauten und herrschaftlichen Sälen des frühen Mittelalters, doch sind viele Reifenkronen dieser Zeit erhalten. Wenig Beachtung fanden bisher die kleineren Ausführungen, welche auch an Metallstäben anstelle von Ketten fixiert wurden, und in kleineren Räumen als auch bürgerlichen Stuben Licht spendeten.