Schaftleuchter – Lichtspender des Mittelalters

Der Schaftleuchter gehört in die Gruppe der so genannten Lampenschälchen, welche im Mittelalter meist zur Aufnahme der kostengünstigen Talg- oder Öllichter diente. Frühste Lampenschälchen sind ab 1250 im deutschen Raum belegt. Klassifiziert werden sie als Keramikarbeiten und Leuchten. Aus archäologischen Grabungen wurde zahlreiche Schaftleuchter geborgen, und fanden in wissenschaftlicher Arbeiten, meist über altertümliche Keramikarbeiten Beachtung.

Schaftleuchter sind Lampenschälchen, welche über einen langen, hohlen Fuß in gedrehter Form verfügen als auch einem geräumigen Henkel an der Schale, so dass der Leuchter bequem gegriffen werden kann. Die Physiognomie des Schaftleuchters erinnert ein wenig an eine Karaffe oder Vase. Die Funktionsweise des Schaftleuchters ist wie die eines Lampenschälchens. In der Schale schwimmt ein meist tierisches Fett als Brennstoff. Darin steckt womöglich seitlich fixiert der Docht. Ein wohl barockes Bamberger Fundstück weist die Besonderheit eines Tubus am Henkelansatz auf. Dieser diente offenbar der Aufnahme eines Ersatzdochtes.

Schaftleuchter Fund im bayerischen Kloster Thierhaupten

Die Gestaltung der Schaftleuchters verändert sich bis in die Neuzeit kaum. Ein Gewölbefund aus der Barockzeit im Kloster Thierhaupten belegt dies durch eine hohe Anzahl glasierter Stücke. Im 19. Jahrhundert entstanden aus dem Schaftleuchter aufwändige Ausführungen in Messing, welche aber der Aufnahme von Kerzen dienen. Auch heute noch erinnert so mancher aktueller Kerzenhalter an den mittelalterlichen Schaftleuchter.